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Die Jugend- und Auszubildendenvertretung (JAV) – Warum der kleine Bruder des Betriebsrats so wichtig ist


12.03.2018

Arbeitszeit ist Lebenszeit. Nur wer die Anforderungen eines Vollzeitarbeitstags kennt, wird diese Aussage vollständig verstehen können. Wie anstrengend und mühselig der Arbeitsalltag sein kann, wissen am besten unsere Vorfahren.

Um regelmäßigen Repressalien willkürlicher Herrschaft wirksam zu begegnen, haben sie bereits lange Zeit vor uns für Mitsprache und Teilnahmerechte in ihren jeweiligen Betrieben gekämpft. Die heutigen Standards des Arbeitsalltags sind vor allem ihnen zu verdanken. Schließlich hat ihr Drängen und Wirken auf Firma und Staat es erst ermöglicht, die Arbeitsbedingungen stetig an die Bedürfnisse der Menschen anzupassen. Die Einführung eines Betriebsrats war ein solcher Meilenstein. Umso trauriger ist es, dass viele Arbeitnehmer von heute sich bedingungslos autonomem Firmenrecht beugen, obwohl dieses zum Teil erheblich von vereinbarten staatlichen Regelungen abweichen kann. Sogar jugendliche Auszubildende haben heutzutage die Möglichkeit, an der betrieblichen Gestaltung mitzuwirken. Die Jugend- und Auszubildendenvertretung (JAV) – ein jugendliches Äquivalent zum Betriebsrat – ist hierfür Anlaufstelle Nummer 1.

Was genau macht sie und was musst du über sie wissen? Eine kurze Bestandsaufnahme.

Über die JAV

Die Jugend- und Auszubildendenvertretung ist sozusagen die Interessenvertretung aller jugendlichen Arbeitnehmer unter 18 Jahren sowie aller Auszubildenden unter 25 Jahren innerhalb einer Firma. Sie kann eingerichtet werden, wenn mindestens fünf Beschäftigte unter 18 Jahren bzw. zur Berufsausbildung Beschäftigte unter 25 Jahren eingestellt sind – also auch Auszubildende, Praktikanten und Werkstudenten. Kurz gesagt: Die JAV hat den Anspruch, sich um alle deine arbeitsrelevanten Angelegenheiten zu kümmern – sofern du noch unter 25 bist. Was sie zudem leistet:

  • Sie beantragt beim Betriebsrat Maßnahmen rund um das Thema Berufsausbildung: Anzahl der Ausbildungsplätze, Ausbildungsbedingungen und Auflagen für die Übernahme.
  • Sie sammelt eingehende Anregungen der Auszubildenden und trägt diese gebündelt an den Betriebsrat heran.
  • Sie überwacht die Einhaltung von Betriebsvereinbarungen, Gesetzen, Tarifverträgen und Unfallverhütungsvorschriften – wie zum Beispiel das Berufsbildungsgesetz oder das Jugendarbeitsschutzgesetz.

Pflichten der JAV

Die Jugend- und Auszubildendenvertretung ist das demokratische Sprachrohr aller jungen Beschäftigten. Deswegen nehmen deren Vertreter auch an den Betriebsratssitzungen teil bzw. sie sind bei Besprechungen zwischen dem Betriebsrat und dem Arbeitgeber dabei – wenngleich auch eher in beratender Funktion jenseits des eigenen Themenspektrums. Es ist daher von grundlegender Bedeutung, dass JAV-Mitglieder sich Sprechstunden einrichten (erst bei einer Vertretung von mindestens 50 Beschäftigten) und diese abhalten. Hierfür kann und soll bewusst die Arbeitszeit verwendet werden – das gilt auch für die Sitzungen bzw. Versammlungen der JAV. Hierbei ist jedoch besonders hervorzuheben: Die JAV gilt erst dann als rechtswirksam beschlussfähig, wenn mehr als die Hälfte aller JAV-Mitglieder an der jeweiligen Sitzung teilnehmen.

Vorteile von JAV-Vertretern

Ein JAV-Mitglied genießt einen besonderen Status innerhalb seines Unternehmens. Nur so kann es seine Aufgaben produktiv bewerkstelligen. Als Benefits erwarten dich:

  • Sicherung deines Arbeitsentgelts (das heißt, das Gehalt bleibt gleich)!
  • Ein besonderer Kündigungsschutz!
  • Gesonderte Schulungen, die in Zusammenhang mit deiner JAV-Tätigkeit stehen! Da diese grundsätzlich der Arbeitgeber zu zahlen hat, solltest du dich rechtzeitig mit dem bunten Seminarangebot für JAV-Mitglieder vertraut machen. Über die letztendliche Teilnahme an solchen Veranstaltungen entscheidet jedoch stets der Betriebsrat.
  • Ein Anspruch auf Übernahme, den du daher auch innerhalb der letzten drei Monate vor Beendigung deiner Ausbildung schriftlich bei deinem Arbeitgeber geltend machen solltest!

Kooperation mit dem Betriebsrat

Die Jugend- und Auszubildendenvertretung lebt von einer fortwährenden Zusammenarbeit mit dem Betriebsrat. Als JAV-Mitglied erfüllst Du Deine Aufgaben ausschließlich gegenüber dem Betriebsrat, da dieser die Interessenvertretung aller Arbeitnehmer darstellt. Der Betriebsrat ist ferner verpflichtet, die JAV zu allen Besprechungen mit dem Arbeitgeber miteinzubeziehen, in denen für die Jugendlichen relevante Themen diskutiert werden. Erachtet die Mehrheit der JAV-Vertreter einen Betriebsratsbeschluss, aus wie auch immer gearteten Gründen, als erhebliche Beeinträchtigung, so ist auf ihren Antrag hin, der Beschluss für eine Woche auszusetzen. Innerhalb dieser Frist soll dadurch eine Verständigung zwischen Betriebsrat und JAV begünstigt werden. Für gewöhnlich wird der Betriebsrat dann vor einer erneuten Entscheidungsfindung auf die JAV eingehen. Ist dies nicht der Fall oder liefern die Verhandlungen kein zufriedenstellendes Ergebnis, so kann sich der Betriebsrat bei erneuter Beschlussfassung durchsetzen.

Wahl der JAV-Mitglieder

Alle jugendlichen Beschäftigten unter 18 und alle Auszubildenden unter 25 Jahren sind zur JAV-Wahl berechtigt. Dazu zählen auch Aushilfen, Praktikanten und Volontäre. Für eine Wahl ist das Vorhandensein von mindestens fünf Wahlberechtigten die Grundvoraussetzung (→ aktives Wahlrecht). Zur Wahl aufstellen lassen, dürfen sich prinzipiell alle Beschäftigten unter 26 Jahren – dazu zählen auch diejenigen, die bereits ausgelernt haben (→ passives Wahlrecht). Nicht wählbar sind Beschäftigte, die seit mehr als sechs Monaten unter Wegfall ihrer Bezüge beurlaubt sind. Ferner gilt: Die JAV-Wahlen finden alle zwei Jahre statt – für gewöhnlich in der Zeit vom 1. März bis zum 31. Mai. Maßgeblich ist hierfür jedoch das Ende der Amtszeit der vorherigen JAV-Mitglieder, sofern die Vertretung nicht schon im Vorfeld aufgelöst wird.

Falls du noch mehr über die Jugend- und Auszubildendenvertretung wissen willst oder einfach noch eine Veranschaulichung brauchst, schau dir dieses Video als Zusammenfassung an.

 

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